Brehmer Buchdruckereimaschinen GmbH

BREHMER BUCHDRUCKEREIMASCHINEN GMbH
Plagwitz

Gießerstraße 12a
04229 Leipzig

Kurzcharakteristik:
Fabrikgebäude in Ecklage Weißenfelser Straße

Datierung:
um 1900 und 1905 (Fabrikgebäude)

Nutzung (ursprünglich)/Industriezweig/Branche:
Buchbindereimaschinen/Papierindustrie

Bau- und Firmengeschichte:
Im Jahre 1872 entwickelte Hugo Brehmer ein Verfahren zum maschinellen Drahtheften von Papierbögen. Gemeinsam mit seinem Bruder August Brehmer war er ab 1873 Inhaber der Maschinenbaufirma Brehmer Brothers in Philadelphia/USA und entwickelte in den darauf folgenden Jahren die Buch-Drahtheftmaschine.
1879 siedelte sich Hugo Brehmer in Plagwitz an und gründete auf dem Gelände der früheren Holzhandlung und Kistenfabrik Just, Kacholz & Reuter (Albertstraße 61, heute: Karl-Heine-Straße 111) unter dem Namen Gebrüder Brehmer eine Fabrik zur Produktion von Buchbindereimaschinen.
1884 führte die Firma ihre Neuerfindung, die Schiffchen-Fadenbuchheftmaschine, auf dem Markt ein. Nach dem Tode Brehmers im Jahre 1891 übernahm Friedrich Rehwoldt die Geschäftsführung. Ab 1894 erfolgte die Produktion von Falzmaschinen mit halbautomatischer Bogenführung, die zehn Jahre später vollständig automatisiert wurde.
Um 1900 hatte sich das Firmengelände bis zur Weißenfelser Straße ausgedehnt. Zu dieser Zeit florierte der Export und die Produktpalette erweiterte sich um die „Sammelheftmaschine 135“. 1912 erwarb Gebrüder Brehmer das Nachbargrundstück der Firma A. Heym, Karl-Heine-Str. 107/109.
In den 1920er Jahren erweiterte sich das Firmengelände durch den Ankauf zahlreicher weiterer Nachbargrundstücke in der Weißenfelser Straße. Zu einem Großteil wurden die auf den Grundstücken bereits vorhanden Produktionsgebäude von der Firma Brehmer für die eigene Produktion weiter genutzt.
Bis Ende der 1930er Jahre entwickelte sich das Unternehmen, das hauptsächlich Heft-, Falz- und Anklebemaschinen herstellte, zum Weltmarkführer für Maschinen der buchbinderischen Verarbeitung. In den Kriegsjahren wurde der Betrieb teilweise auf Kriegsproduktion umgestellt und brachte dem Unternehmen erhebliche Gewinne ein. Nach der Enteignung erfolgte 1948 die Umwandlung in den volkseigenen Betrieb VEB Polygraph, Gebrüder Brehmer. In den folgenden Jahren gab es eine Reihe von Umbenennungen:
-ab 1951: VEB Falz- und Drahtheftmaschinenwerk Leipzig,
-ab 1960: VEB Leipziger Buchbindereimaschinenwerke,
-ab 1970 Integration in den VEB Polygraph Stammbetrieb Buchbindereimaschinen Brehmer,
1991 erwarb die McCain Manufacturing Corporation aus Chicago das Unternehmen und schloss sich unter dem Namen McCain-Brehmer neu zusammen. 1994 übernahm der Falzmaschinenhersteller Stahl GmbH & Co. KG aus Ludwigsburg den Leipziger Standort. Seit 1999 gehört der Leipziger Betrieb zur Heidelberger Druckmaschinen AG.

Charakterisierung:
Das um 1900 errichtete dreigeschossige Fabrikgebäude befindet sich in Ecklage an der Weißenfelser Straße, mit einem turmartigen Eckrisalit mit Mansardwalmdach zur Straßenkreuzung.
Auf Bauschmuck, wie beispielsweise am Gebäude der Sächsischen Wollgarnfabrik Tittel & Krüger, wurde verzichtet. Stattdessen wird die Fassade durch den Einsatz verschiedener Materialien akzentuiert, die in ihrer Farbigkeit mit der roten Klinkerfassade kontrastieren.

Objektgröße:
Geschätzte Gesamtfläche der Unternehmensbebauung der Gebrüder Brehmer in Plagwitz: ca. 10.000 qm.

Quellen und Literatur:
http://www.archiv.sachsen.de/archive/leipzig/4224_3230373835.htm
http://www.leipzig-lexikon.de/INDUHAND/brehmer.htm

Autor/in:
Juliane Gölzner