Geschäftshaus

GESCHÄFTSHAUS

Thomaskirchhof 21
04109 Leipzig

Bauherr:
Julius Max Barthel

Architekt:
Moritz Lindner

Bauzeit:
1900-1905

Baustil:
Historismus, Jugendstil

Das fünfgeschossige Gebäude wurde in den Jahren 1900 bis 1905 für den Handelskaufmann Julius Max Barthel, Mitinhaber der Firma J. Orlamünde, Cartonnagen- und Musterkarten-Fabrik, von Maurermeister Moritz Lindner errichtet.
An der symmetrisch aufgebauten Sandsteinfassade sind zwei polygonale Erker angeordnet, die durch Loggien miteinander verbunden sind. Besonders markant ist der darüber befindliche Dreiecksgiebel mit dem Relief eines Schiffsbuges und dem bekrönenden Merkurkopf als Symbole des Welthandels. Darunter ein Spruchband mit der Inschrift: „Jedem redlichen Bemühn sei Beharrlichkeit verliehn.“
Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss sind mit kräftig rustizierten Wandvorlagen aus Granit gestaltet. Neben den kräftigen Bauformen weisen die Obergeschosse auch kleinteiligen Bauschmuck auf. Die Durchfahrt zum Hof im Inneren ist stuckiert und mit Jugendstilfliesen ausgekleidet. Aus der Entstehungszeit des Hauses stammen die bleiverglasten Fenster im Treppenhaus, die ornamentierten Bodenfliesen und das schmiedeeiserne Treppengeländer.
Von 1923 bis 1926 ist Max von Bleichert, der gemeinsam mit seinem Bruder das vom Vater gegründete Unternehmen Adolf Bleichert & Co., Fabrik für Drahtseilbahnen in Leipzig-Gohlis leitete, als Eigentümer verzeichnet.
Im Jahr 1932 erwarb die Kaufmännische Krankenkasse zu Halle (KKH) das Gebäude. Es blieb bis Kriegsende Domizil der Landesverwaltung Sachsen der KKH und ist seit 1991 wieder in deren Besitz. Das Handelshaus wurde 1994 umfassend restauriert.