Hainstraße

HAINSTRASSE

 

Als Teil der mittelalterlichen Nord-Süd-Fernhandelsverbindung via imperii ist die heutige Hainstraße eine der ältesten Leipziger Straßen. Sie führt vom Markt beginnend in nordwestlicher Richtung zum Richard-Wagner-Platz. Von hier aus zweigen in östlicher Richtung der Brühl sowie gen Südwesten die Große Fleischergasse ab.
Am Kreuzungspunkt der via imperii – am nördlichen Ende der heutigen Hainstraße – mit der in Ost-West-Richtung führenden via regia – dem heutigen Brühl – befand sich der älteste Markt Leipzigs, der Eselsmarkt. Er gehörte zu der im 7. Jahrhundert entstandenen slawischen Siedlung Lipzk, die sich über das Gebiet um den heutigen Tröndlinring erstreckte. Der Markt wurde im 10./11. Jahrhundert an seinen heutigen Platz am südlichen Ende der Hainstraße verlagert; die via imperii von der Hainstraße weiter östlich in die Reichsstraße verlegt.
Der Tausch- und Handelsplatz befand sich in unmittelbarer Nähe zur deutschen Burg namens urbs Lipzi (Ort bei den Linden), die im Jahre 1015 in der Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg erstmals erwähnt wurde. Jene, dem Markgrafen von Meißen unterstellte Burg, wurde auf dem Hügel des späteren Matthäikirchhofs errichtet und begründete den Stadtnamen urkundlich. Im Schutze der Burg und begünstigt durch die sich an diesem Ort kreuzenden mittelalterlichen Fernhandelsstraßen weitete sich die Handwerker- und Kaufmannssiedlung über den heutigen Bereich Richard-Wagner-Platz und Brühl, vor allem entlang der heutigen Hain- und Katharinenstraße aus.
Erstmals erwähnt wurde die Hainstraße im Jahre 1390 als Ranstädter Straße, benannt nach dem im Westen gelegenen Städtchen Markranstädt. Im 15. Jahrhundert setzte sich der heutige Straßenname Hainstraße (auch Hagen-, Heun- oder Hoynstraße) durch, der im Zusammenhang mit dem nordwestlich angrenzenden Waldgebiet (Hain) Rosental steht. Die charakteristischen Handels- und Bürgerhäuser wurden vom 16. bis 19. Jahrhundert errichtet, so geht das älteste noch bestehende Haus in seiner Bausubstanz auf die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück.
Trotz der schweren Schäden während des Zweiten Weltkrieges ist die ursprüngliche Bebauung, meist in Form der schmalen, für Leipzig typischen Durchgangshöfe größtenteils erhalten bzw. rekonstruiert worden. Die auf der Westseite der Hainstraße gelegenen Gebäude Kleiner Pelikan, Baermanns Hof, Goldener Elefant wurden jedoch unwiderbringlich zerstört.