Homöopathische Centralapotheke

HOMÖOPATHISCHE CENTRALAPOTHEKE

Thomaskirchhof 12 | Burgstraße 2
04109 Leipzig

Bauzeit:
16. Jahrhundert; 1842/43

Baustil:
Klassizismus

Der Vorgängerbau des Gebäudes an der Ecke von Thomaskirchhof und Burgstraße geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Die Reste der datierten, hölzernen Laubengangarchitektur im Hof belegen, dass es im Jahr 1682 einen größeren Umbau gegeben hat. Zu dieser Zeit stand das Gebäude traufseitig zum Thomaskirchhof, seine Giebelseite zeigte zur Burgstraße. Es gehörte der Familie Bose, die ebenfalls den Handelshof, Thomaskirchhof 15/16, besaß, in dem seit 1985 das Bach-Museum seinen Sitz hat. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt das Eckhaus im Wesentlichen in den Jahren 1842/43: Das alte Gebäude wurde Anfang der 1830er Jahre teilweise abgebrochen und in großen Teilen im klassizistischen Stil umgebaut. Im Zuge dessen wurde der Flügel zur Burgstraße ausgebaut und das gesamte Gebäude um zwei Geschosse erhöht. Das Sohlbankgesims des dritten Obergeschosses markiert die Trennlinie. Zudem erhielt das Gebäude ein Walmdach mit fünf Giebelgauben. Charakteristisch für die Architektursprache des Klassizismus ist die schlichte Fassadengliederung mit Horizontalgesimsen und strenger Fensterreihung.
Im Jahr 1836 wurde im Verkaufsgewölbe an der Ecke die „Homöopathische Dispensieranstalt Taeschner & Co.“ eröffnet, eine Apotheke, die seit 1850 unter dem Namen „Homöopathische Centralapotheke“ firmierte.
Der Pharmazeut und überzeugte Anhänger der Homöopathie Willmar Schwabe kaufte 1878 das Gebäude. Einige Jahre zuvor hatte er als Administrator in der Apotheke gearbeitet. Mit dem Kauf schaltete Schwabe, der seit 1871 eine eigene homöopathische Apotheke in der Centralhalle führte, die einzige Konkurrenz in Leipzig aus. Schwabe ließ die Fassade erneut umgestalten. Die Fenster erhielten Fassungen aus Naturstein und die mittleren beiden Achsen des ersten und zweiten Obergeschosses wurden durch ornamentierte gerade Fensterverdachungen hervorgehoben. Eine Betonung erhielten die beiden Geschosse zudem durch dekorative Medaillons und Festons. Über dem Portal in der Mittelachse der Fassade wurden die beiden Fenster zu Türen umgebaut, die auf einen schmalen Balkon führen.
Im Erdgeschoss befinden sich heute zwei Restaurants. Auf die frühere Nutzung als Central-Apotheke verweist das im ersten Obergeschoss untergebrachte Sächsische Apothekenmuseum mit Teilen der ehemaligen Inneneinrichtung.
Am Gebäude und auch auf dem Thomaskirchhof sind die letzten originalen Leipziger Gaslaternen, die sogenannten Schinkelleuchten, erhalten geblieben.