Jägerhof

JÄGERHOF

Hainstraße 17/19 | Große Fleischergasse 11/13
04109 Leipzig

Bauherr:
Carl Hermann Jäger

Architekt:
Alfred Müller

Bauzeit:
1911-1914

Länge der Passage:
123 Meter

Das ehemalige Mustermessehaus wurde in den Jahren 1911-1914 (Straßenseite zur Hainstraße) für den Kommerzienrat Carl Hermann Jäger errichtet. Die Fassade zur Großen Fleischergasse entstand 1919/20 nach Entwürfen des Leipziger Architekten Alfred Müller. Der schmale Gebäudekomplex umschließt drei, durch Glasdächer geschützte Lichthöfe. Fünf schmale Durchgänge verbinden die drei Innenhöfe und führen bis zur Großen Fleischergasse.
Der Vorgängerbau der Hainstraße 17 war der seit 1850 so bezeichnete „Lederhof“, auf dem Grundstück Hainstraße 19 befand sich vordem das Haus „Zum Goldenen Hahn“. Das historische Hauszeichen ist im ersten Innenhof angebracht. In den Jahren von 1915 bis 1945 wurde im Erdgeschoss ein Kino unter dem Namen „UT Hainstraße“ betrieben.
Auf Initiative Jägers wurde im Jahre 1920 der Durchgang von der Hainstraße 17/19 zur Großen Fleischergasse geschaffen und in „Jägerhof“ umbenannt.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges konnte der Jägerhof aufgrund der schweren Zerstörungen nur provisorisch genutzt werden. Erst Ende der 1990er Jahre wurde der Gebäudekomplex, der Teil der Konkursmasse des bankrotten Baukonzerns des Immobilienspekulanten Jürgen Schneider war, durch die Dresdner Bank umfassend saniert und beherbergt seitdem das „Passage-Kino“.
Die monumentale, neunachsige Fassade aus Thüringer Muschelkalk ist reich mit figurativem Bauschmuck gestaltet. Über dem Mezzaningeschoss ist ein Austritt mit Figurenschmuck in der Gestalt liegender Putten angeordnet. Vertikal wird die Fassade durch kräftige rustizierende Lisenen zwischen den Fensterachsen gegliedert. Im dritten Obergeschoss tragen Atlanten das kräftige Traufgesims.
Die Innenhöfe sind mit weißen Wandfliesen gestaltet. Die Reliefplatten der Pilaster zeigen Puttendarstellungen. Am Durchgang zum mittleren Hof befindet sich ein Wandbrunnen mit wasserspeiender Maske.