Marktgalerie

MARKTGALERIE

Markt 11-15 | Klostergasse 12
04109 Leipzig

Architekt:
Christoph Mäckler

Bauzeit:
2002-2005

Länge der Passage:
74 Meter

Die Marktgalerie ist die jüngste der Leipziger Einkaufspassagen. Bis 2001 stand an dieser Stelle ein siebengeschossiges Bürogebäude des Leipziger Messeamtes, welches 1963-1965 von den Architekten Rudolf Rohrer und Rudolf Skoda in Stahlbeton-Skelett-Montagebauweise errichtet wurde.
Die Vorgängerbauten, vier kleinere Gebäude, wurden während des Zweiten Weltkrieges zerstört: Markt 11 – als „Äckerleins Hof“ – bekannt, war ein barockes Durchhaus, das 1709-1714 von Gregor Fuchs erbaut wurde; anstelle der Hausnummer 12 befand sich seit 1728 die Engel-Apotheke; Markt 13 war bekannt als „Stieglitzens Hof“, ein von Ottomar Jummel 1894 errichtetes Geschäftshaus; ebenfalls durch Jummel wurde 1894/95 das Gebäude Markt 14/15 – das sogenannte „Bismarckhaus“ – errichtet.
Nach zwei Eigentümerwechseln und drei Architektenwettbewerben wurde von 2002-2005 der Entwurf des Frankfurter Architekten Mäckler realisiert und die Grundstücke einheitlich mit einem Geschäftshauskomplex bebaut. Die Herausforderung bei der Realisierung eines innerstädtischen Geschäftshauses dieser Größenordnung bestand darin, das vorhandene denkmalgeschützte Gebäudeensemble um den Markt funktional und städtebaulich zu ergänzen. Das bedeutete, einerseits eine moderne Kaufhausarchitektur zu schaffen, die zeitgemäß ist und den heutigen Ansprüchen an Funktionalität gerecht wird, sich aber andererseits im Hinblick auf die Maßstäblichkeit der Fassadenfront an der Vergangenheit orientiert, wie es die Gestaltungssatzung der Stadt Leipzig vorschreibt.
In der Ausführung Mäcklers wurden beide Aspekte miteinander in Einklang gebracht. In der Architektursprache modern, orientiert er sich im Gestaltungsrhythmus an der Bürger- und Geschäftshausarchitektur der im Krieg zerstörten Vorgängerbauten. Durch unterschiedliche Fassadenausbildung, Traufhöhen, Fenstergrößen und -formen, aber auch den Einsatz verschiedener Materialien entstanden drei unterschiedliche Marktfassaden als Adaption der Vorgängerbauten. Obwohl die Fassaden die historische Parzellierung simulieren, vermitteln sie einen geschlossenen und homogenen Gesamteindruck. Als Material für die Fassadenpfeiler kam Cottaer Sandstein zum Einsatz. Die Fassade ist großflächig durchfenstert, die Fensterverglasungen sind in lasierte Messingrahmen gefasst. Die Ecke an der Thomasgasse/Petersstraße wird durch einen erkerartigen, zweigeschossigen Austritt in den Obergeschossen besonders betont.
Durch das mittlere Gebäude hindurch führt eine 74 Meter lange Passage direkt in die Klostergasse. Sie liegt in einer Achse mit dem Turm des Alten Rathauses. Zentrum bildet eine glasüberdachte, dreigeschossige Halle. Der Fußboden ist in Granit gehalten.